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Wissensschatz

Verhütung

Alle gängigen Methoden im Vergleich – Sicherheit, Vor- und Nachteile.

Welche Verhütungsmethode passt zu mir?

Es gibt nicht „die eine richtige“ Verhütungsmethode – sondern die, die zu deinem Körper, deiner Lebenssituation und deinen Bedürfnissen passt. Ein wichtiger Vergleichswert ist der Pearl-Index: Er gibt an, wie viele von 100 Frauen bei einjähriger Anwendung einer Methode trotzdem schwanger werden. Je niedriger der Wert, desto sicherer die Methode.

Diese Übersicht ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Methode für dich geeignet ist, hängt u. a. von Vorerkrankungen, Medikamenten und persönlichen Vorlieben ab – das klärst du am besten mit einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt.

Hormonelle Methoden

Pearl-Index 0,1–0,9

Pille (kombiniert)

Enthält Östrogen und Gestagen, unterdrückt den Eisprung. Muss täglich zur gleichen Zeit eingenommen werden. Kann Nebenwirkungen wie Stimmungsveränderungen haben, ist aber auch bei manchen Zyklusbeschwerden hilfreich.

Pearl-Index 0,16

Hormonspirale

Gibt lokal Gestagen in der Gebärmutter ab, wirkt bis zu 5–8 Jahre. Legt eine Ärztin/ein Arzt. Blutungen werden bei vielen deutlich leichter oder bleiben aus.

Pearl-Index 0,05

Verhütungsstäbchen (Implantat)

Wird unter die Haut am Oberarm eingesetzt, wirkt bis zu 3 Jahre. Sehr sicher, unabhängig von täglicher Anwendung.

Pearl-Index 0,3–0,88

Dreimonatsspritze

Gestagen-Injektion alle 3 Monate. Wirkung nach Absetzen klingt langsamer ab als bei anderen Methoden – relevant bei Kinderwunsch-Planung.

Nicht-hormonelle Methoden

Pearl-Index 0,3–0,8

Kupferspirale

Wirkt hormonfrei durch Kupferionen, die Spermien schädigen. Wirkt bis zu 5–10 Jahre, kann Regelblutungen zu Beginn verstärken.

Pearl-Index 2–12

Kondom

Einzige gängige Methode, die zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt. Sicherheit hängt stark von korrekter Anwendung ab.

Pearl-Index 1–20

Diaphragma

Mechanische Barriere, wird vor dem Sex eingesetzt, meist kombiniert mit spermienabtötendem Gel. Muss individuell angepasst werden.

Pearl-Index 0,4–1,8*

Symptothermale Methode (NFP)

Kombination aus Temperaturmessung und Zervixschleim-Beobachtung. *Nur bei korrekter, konsequenter Anwendung so sicher – erfordert Schulung und Disziplin.

Notfallverhütung („Pille danach“)

Wenn eine Verhütungspanne passiert ist (z. B. vergessene Pille, geplatztes Kondom), kann die „Pille danach“ eine ungewollte Schwangerschaft verhindern. Sie wirkt am zuverlässigsten, je früher sie eingenommen wird:

Beide Varianten sind in Deutschland apothekenpflichtig, aber rezeptfrei erhältlich. Die Kupferspirale kann ebenfalls als Notfallverhütung bis zu 5 Tage danach eingesetzt werden und wirkt danach zusätzlich als reguläre Langzeitverhütung.

Wichtig: Verhütung schützt nicht immer vor Infektionen

Nur Kondome (und in geringerem Maß Femidome) bieten Schutz vor den meisten sexuell übertragbaren Infektionen (STIs). Alle anderen Methoden auf dieser Seite schützen ausschließlich vor einer Schwangerschaft. Bei wechselnden Partner:innen ist deshalb die Kombination aus Kondom und einer weiteren Methode sinnvoll.

Häufige Fragen

Macht die Pille wirklich dick oder depressiv?

Die Studienlage ist uneinheitlich. Manche Frauen berichten von Stimmungsveränderungen oder Wassereinlagerungen, andere bemerken keine Veränderung. Da hormonelle Verhütungsmittel individuell unterschiedlich wirken, kann es sinnvoll sein, bei Beschwerden gemeinsam mit der Frauenärztin/dem Frauenarzt ein anderes Präparat oder eine andere Methode auszuprobieren.

Wie schnell bin ich nach Absetzen der Pille wieder fruchtbar?

Bei den meisten Frauen normalisiert sich der Zyklus innerhalb weniger Wochen bis Monate nach dem Absetzen. Manche werden bereits im ersten Zyklus danach schwanger, bei anderen dauert es länger, bis sich ein regelmäßiger Eisprung wieder einstellt.

Ist die Kupferspirale auch für junge Frauen ohne Kinder geeignet?

Ja, grundsätzlich ja – früher wurde teils davon abgeraten, das gilt heute überwiegend als überholt. Die individuelle Eignung (Größe der Gebärmutter, Vorerkrankungen) wird am besten gemeinsam mit einer Frauenärztin/einem Frauenarzt geklärt.

Was mache ich, wenn ich eine Pillen-Einnahme vergessen habe?

Das hängt vom genauen Präparat und davon ab, wie viele Stunden die Einnahme zurückliegt. Die Packungsbeilage deines konkreten Präparats enthält dazu genaue Angaben – im Zweifel in der Apotheke nachfragen oder die Frauenärztin/den Frauenarzt kontaktieren, insbesondere wenn ungeschützter Verkehr stattgefunden hat.